Newsletter 10: Für Sie gelesen

Newsletter 10: Für Sie gelesen

Medienübergreifend wurde umfassend über die neue WHO Studie, passend zum Welt-Adipositas-Tag am 11. Oktober, berichtet. Die Zahlen erschüttern uns, aber wenn wir ehrlich sind, sehen wir sie Tag für Tag. Dicke Kinder!

 

6 % der Mädchen und 11 % der Jungen sind übergewichtig. In den 70er Jahren waren es nur 3 % der Kinder. Um es ganz deutlich zu machen und in absoluten Zahlen zu sagen: Die Zahl extrem dicker Kinder und Jugendlicher hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten mehr als verzehnfacht. Während 1975 weltweit etwa elf Millionen 5- bis 19-Jährige fettleibig waren, waren es im vergangenen Jahr 124 Millionen. Weitere 123 Millionen Kinder gelten als übergewichtig (WHO)

 

Werbung für ungesunde Snacks, hohe Preise für gesunde Nahrungsmittel, weniger Bewegung – diese Faktoren haben lt. Studien zu dem Trend beigetragen. Fehlende Aufklärung von Eltern gehört ebenfalls zu den Gründen der Kinder-Fettleibigkeit. Viele Eltern wissen nicht, wie viel Zucker tatsächlich in Cornflakes, Schoko-Brotaufstrichen, Soft-Getränken, Süßigkeiten, vermeintlich gesundem Joghurt und Fast Food steckt.

 

Die WHO gibt eine Vielzahl von Empfehlungen, dem Trend entgegenzuwirken: Behörden in aller Welt müssten Familien besser über gesunde Ernährung aufklären, junge Mütter sollten animiert werden, möglichst sechs Monate lang ausschließlich zu stillen, in Schulkantinen soll gesünderes Essen angeboten werden und es gilt dringend, mehr Sportmöglichkeiten für Kinder zu schaffen. „Zur Schule zu laufen oder mit dem Fahrrad zu fahren war früher normal und sollte wieder so werden“.  Steigender Leistungsdruck, lange Schultage, Hausarbeiten und die digitale Vernetzung sorgen darüber hinaus schon bei Kindern zu langen „Sitzzeiten“ und Bewegungsmangel nach der Schule

 

Je früher und je länger die Menschen ein zu hohes Gewicht haben, desto mehr Gesundheitsprobleme haben sie auch im Alter. Folgen von Fettleibigkeit sind ein höheres Risiko für Diabetes, Krebs oder Schlaganfälle. Bei Kindern zudem Mobbing in der Schule und Ausgrenzung im Jugendalter.

 

Für die Studie haben die Autoren übrigens das Gewicht und die Größe von fast 130 Millionen Menschen analysiert, darunter 31,5 Millionen Kinder zwischen fünf und 19 Jahren.

 

Neben dem wachsenden Problem des Übergewichts sind weitere 192 Millionen der 5- bis 19-Jährigen untergewichtig. Diese Zahl gehe seit Jahren nur langsam zurück. Wenn dieser Trend anhält, wird es in fünf Jahren mehr fettleibige Kinder als solche mit Untergewicht geben.

 

Die Kosten für Interventions- und Aufklärungsprogramme dürften deutlich niedriger sein, als die der Behandlung von Problemen durch Übergewicht. Wir sollten uns von diesen Zahlen aufrütteln lassen und sofort mit uns selbst beginnen.

 

Wer gestern ‚Morgen‘ gesagt hat, hätte ‚Heute‘ beginnen müssen. Wir unterstützen Sie gern!