Newsletter 1: Zeit zum Spielen / IKK classic

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Im Sommer wird der Park für viele Deutsche zum Wohnzimmerersatz. Wer nicht nur entspannen will, kann mittlerweile zwischen unzähligen Aktivitäten für draußen wählen. Ein kleiner Überblick, der Lust auf Sonne und Sport macht.

 

Es ist einer dieser Sommertage, an denen der Himmel blau und endlos ist. „Ein perfekter Tag, um draußen zu sein – und um zu spielen“, sagt Leo und lacht – während er kopfüber in der Luft hängt. Leo ist kein Kind, sondern 26 Jahre alt. Um seine Beine und den Torso hat er sich ein knallgelbes Tuch geschlungen. Das sogenannte Vertikaltuch ist an einem stabilen Ast in einigen Metern Höhe befestigt, seit einigen Stunden turnen Leo und seine Freunde nun schon in der Luft herum. Auch sonst sieht es im Park seiner Heimatstadt an diesem Sommertag aus wie in einem Vergnügungspark oder einem Zirkus: Bunte Bälle fliegen durch die Luft, Stäbe werden jongliert und Federbälle in hoher Geschwindigkeit hin- und hergejagt.

 

Aktivität an der frischen Luft und Spiel: eine Kombination, die nicht nur Kindern Spaß macht. Immer mehr Erwachsene wollen diese Art von Unterhaltung. Wie geschaffen für die Mischung aus Natur, Spiel und Sport   ist das skandinavische Geschicklichkeitsspiel Kubb (schwedisch für „Klotz“), das seit ein paar Jahren in Deutschland immer beliebter wird. Zwei Teams versuchen dabei, die Holzklötze des Gegners umzuwerfen – und am Ende den „König“ in der Mitte des Spielfelds zu fällen. Wegen seines eher ruhigen Spielverlaufs und der taktischen Komponente wird das Spiel hierzulande auch Wikingerschach genannt. Als Spielfeld kann dabei jedes Gelände dienen, das nicht zu uneben ist und ausreichend Platz auch für Fehlwürfe lässt.

 

In den meisten Parks sind Kubb-Spieler aber noch die Ausnahme. Hier bestimmt, zwischen Zierbäumen und Bauspielplatz, der französische Volkssport Boule das Bild: Dank eigens mitgebrachter Beleuchtung fliegen die Kugeln sogar bis spät in die Nacht und landen immer möglichst nah an der Zielkugel. Dabei wird geredet, getrunken und gegessen. Seit der französischen Besatzungszeit Ende des 18. Jahrhunderts sind die Kugelsportarten wie Boule oder Pétanque fest im Stadtbild verankert – auch eine Boule-Halle gibt es, inklusive Turnieren für die Profis.

 

Timo Beelow und sein Freund Mark Caliman haben vor zehn Jahren auch Boule gespielt. Doch sie wollten mehr, wollten das traditionelle Spielfeld hinter sich lassen. So entstand ihre Idee vom Crossboule oder Crossboccia, das anstatt auf einem begrenzten Spielfeld einfach überall gespielt wird: je abwechslungsreicher die Umgebung, desto unterhaltsamer das Spiel. „Uns wurde schnell klar: Die Zeit des alten Eisens war vorbei“, erinnert sich Beelow. Heute gibt es die mit Kunststoff-Granulat gefüllten Wurfbälle in vielen Geschäften, und der damalige Trendsport hat sich in Parks und Naherholungsgebieten schon fast etabliert.

 

Auch andere Klassiker finden sich heute leicht abgewandelt auf den Spiel- und Liegewiesen wieder: Beim Crossminton fliegen die Federbälle schneller und weiter, die Schläger ähneln denen beim Squash. Auch beim Crossminton ist das Spielfeld variabel, ein Netz gibt es gar nicht. Crossgolf hingegen bringt das Golfen aus den Clubhäusern zurück zu den Wurzeln: Die Spielfläche sowie die Ziele wählen die Mitspieler frei aus, auf Etikette wird meist komplett verzichtet. Und sogar das Frisbeespielen im Park ist heute dank neuer Materialien anders als vor zehn Jahren – bunt, laut und überraschend.

 

Für etwas mehr Ruhe braucht es nur zwei Bäume und einen Spanngurt. Schritt für Schritt, ganz langsam, die Arme weit ausgestreckt. Der Blick ist starr nach vorne gerichtet, die Brust hebt und senkt sich langsam. So balanciert Matthias (27) auf der sogenannten „Slackline“, dreht sich um die eigene Achse, geht langsam in die Knie. „Beim Slacken habe ich viel über meinen Gleichgewichtssinn gelernt“, sagt er. Obwohl es nicht so aussehe, sei der Sport anstrengend, sagt Matthias: „Beim Balancieren arbeitet jeder Muskel – auch die, von denen ich nicht mal wusste, dass es sie gibt.“

 

Neben diesen Neuheiten gibt es natürlich auch Parksportarten, die seit langer Zeit unverändert und beliebt geblieben sind – und die weniger Muskelkater verursachen. Ein Beispiel: Im Jahr 1954 baute der Schweizer Gartenarchitekt Paul Bongni die erste genormte Minigolf-Anlage. Inzwischen gibt es – nach Angaben des Deutschen Minigolfsport Verbandes – bundesweit rund 2.000 Anlagen. Auch Leo, der sich im Sommer meist mit Vertikaltuch und Jonglage die Zeit vertreibt, weiß das zu schätzen: „Manchmal gehen wir noch Minigolf spielen, und es ist jedes Mal wie eine Reise in die Kindheit“, sagt er. „Seit damals hat sich nichts verändert.“

 

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